In Entwicklung

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Sonnenmarsch

Dies ist unsere Stunde. Dies ist unser Tag.

„Das ist die Qual bei der großen Reise, dass unsere Eltern lieber alles vorher Geschehene vergessen und wir, ihre hier geborenen Kinder, unwissend und allein gelassen werden wie Froschlaich, der in Pfützen auf dem Mond abgelegt worden ist.“ Kurt Cobain SONNENMARSCH Worte, Musik und Bilder zu einem fiktiven Staat der Jetztzeit von Martin Kuchejda, Jens Berens und Gregor Leschig Gummersbach, Halle 32 In einem fiktiven diktatorisch regierten Staat der Jetztzeit: Die Jugendlichen eines Jahrganges messen sich im so genannten Sonnenmarsch aneinander - ein Marsch, der durch das ganze Land führt. Wer unter ein bestimmtes Tempo fällt oder nicht mehr weiter kann wird dreimal verwarnt, dann erschossen - bis einer übrig bleibt. Der Sieger darf von einer sorgenfreien Zukunft träumen. Dieses landesweit live übertragene Stahlbad ist grausame Unterhaltung, Auslese nach einem übersteigerten Darwinismus-Prinzip und Befriedigung von Todessehnsucht zugleich. Der Diktator des Staates macht dieses mörderische Spektakel zu seiner persönlichen Sache - immer wieder taucht er auf, zeigt sich den Wettläufern und beteuert, wie stolz er auf sie ist. Einer der Teilnehmer plant ein Attentat auf den Diktator... Schemenhafte Bilder von jungen Menschen, die um ihr Leben laufen. „Sonnenmarsch“ ist die Geschichte eines pervertierten Todeskultes in einem erfundenen Staat. Nach dem Libretto von Martin Kuchejda entsteht mit „Sonnenmarsch“ eine dunkles Horrorszenario, ein Gesamtkunstwerk, in dem sich die Sphären der Musik, des Wortes und des Bildes gleichberechtigt durchdringen. Die Situation als Folie für die Etablierung der jungen Charaktere und der Sonnenmarsch als Metapher für bisher ungeahnte Bezüge zum hier und jetzt. Idee und Libretto: Martin Kuchejda / Komposition und Arrangement: Jens Berens / Künstlerische Leitung und Produktionsleitung: Gregor Leschig / Eine Produktion von Gregor Leschig – Inszenierungen in Kooperation mit Kulturbetrieb der Stadt Gummersbach AöR – Halle 32 Aufführungen: April 2021, Halle 32, Steinmüllerallee 10, Gummersbach ‹ zurück

 

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Der Mensch von morgen

Eine Zeitreise / Ein offenes Theater-/Performance-Projekt

Köln, St. Gertrud – Kirche + Kultur Der Kirchenraum von St. Gertrud in Köln ist ein sehr besonderer. Groß aber asymmetrisch, die hohen Wände allein aus Sicht- und Waschbeton geschaffen, sehr reduzierter Lichteinfall. Das von Gottfried Böhm gestaltete futuristische Kirchenschiff ist das Bühnenbild für 'Der Mensch von morgen'. Großflächige Projektionen werden diesen Raum in einen Ort der Zukunft verwandeln. Einer Zukunft, virtuell geschaffen in einem offenen Prozess von jungen Migrant*innen, Menschen mit chronischen Erkrankungen und professionellen Darsteller*innen. Die unterschiedlichen Perspektiven der Teilnehmenden auf eine mögliche und auf die gewünschte Zukunft werden in einem offenen Prozess zusammengeführt. Gemeinsam werden virtuell-reale Bilder und Szenen unterschiedlicher Zukunftsoptionen erarbeitet. Dabei bedient sich das Projekt der Virtual Reality und hier vor allem der so genannten Avatare. Zusammen mit Computerfachleuten werden grafische Stellvertreter als künftige Ausformungen der eigenen Person in einer virtuellen Umwelt erstellt - dies allein nach den Vorstellungen der Teilnehmer*innen. In der Performance treffen dann die Avatare in ihrer zukünftigen Welt als Projektion auf die Jetztzeit, auf die real lebenden Personen. Eine spannende Interaktion von Realität und erdachter Zukunft beginnt. 'Der Mensch von morgen' verbindet Personen und theatralische Arbeitserfahrungen aus den Bereichen der Integration und der Inklusion zu einer neuen Ebene: Integration/Inklusion 2.0. Junge Migrant*innen, Menschen mit chronischen Erkrankungen, professionelle Darsteller*innen, Video-/Lichtgestalter, IT-Fachleute sowie ein mit offenen Prozessen erfahrener Regisseur kommen zusammen, um ihre eigenen Zukunftsentwürfe virtuell und in der Realität in dem außergewöhnlichen Kölner Kirchenraum St. Gertrud miteinander zu verbinden. Wer Interesse hat teilzunehmen, kann sich gerne über kontakt@gregorleschig.de an uns wenden. Aufführungen: Mo. 18. (Premiere), Mi. 20. und Do. 21. Mai 2020 jeweils 20:00 h St. Gertrud – Kirche + Kultur, Krefelder Straße 57, 50670 Köln Im Rahmen von: Sommerblut Kulturfestival 8. – 24. Mai 2020 ‹ zurück

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Nürnberger Volkstheater

JEDE STIMME ZÄHLT!

Nürnberg, Kulturwerkstatt Auf AEG Das Nürnberger Volkstheater ist ein offenes Forum für alle Anliegen, die das Leben in der Stadt Nürnberg betreffen. Alle Bürger*innen sind eingeladen, ihre Anliegen, Visionen, Erfahrungen und Beobachtungen, die das urbane Gemeinwesen betreffen, einzubringen und theatralisch auszuarbeiten. Dabei gibt es keine Vorgaben: Es können private Geschichten und Erlebnisse aus dem Alltag der Stadt sein; es darf über die Zukunft des Gemeinwesens fantasiert und visioniert werden, es darf aber auch kritisiert und erkannte Missstände auf den Punkt gebracht werden. Alles was es braucht ist ein Anliegen, eine gute Geschichte, Neugierde, Interesse an kreativer Arbeit und Mut selber nach vorne und auf die Bühne zu treten. Das Projekt greift aktuelle Trends des teilnehmenden/partizipativen Theaters auf und entwickelt sie weiter. Offenheit bedeutet hier, dass alle Inhalte und die ästhetischen Umsetzungen mit den Teilnehmer*innen gemeinsam entwickelt werden. Es gibt keine vorgedachten Konzepte oder inhaltliche Fixierungen. Dem Theater kommt damit in moderner Form wieder die Funktion der klassischen Agora zu, auf der kontroverse Weltsichten offen verhandelt und im Idealfall zu einer Synthese verbunden werden können. Auch die ästhetischen Umsetzungen werden zusammen mit den Teilnehmer*innen gesucht und entwickelt. Dies kann die Form des antiken Dramas genauso gut sein, wie die einer guten Komödie oder einer postmodernen Ästhetik - entscheidend ist, ob sie die gesuchten Inhalte gut vermitteln. Im Sinne des Begriffes 'Empowerment' stehen im Zentrum der Arbeit die TeilnehmerInnen: Ihre Erfahrungen, Wünsche und Vorstellungen, ihr spielerisches Potential, ihre Entwicklung. Durch das Theater werden ihnen kreative und gleichzeitig politische Gestaltungsräume aufgezeigt. Im Fokus sind auch die Zuschauer, die bereichert und nachdenklich die Veranstaltung verlassen - im Idealfall dazu animiert, ihre gesellschaftlichen Handlungsräume zu erkennen und zu gestalten. Das Nürnberger Volkstheater begleitet den Bewerbungsgang der Stadt Nürnberg zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 Interessenten können gerne vorbei schauen und noch dazu kommen. Wir treffen uns jeweils Donnerstags, 19:00 h im Raum 'Ideenreich' in der Kulturwerkstatt Auf AEG, Fürther Straße 244d, 90429 Nürnberg. Aufführungen: Freitag, 24. und Samstag, 25. April jeweils 20:00 h. Großer Saal, Kulturwerkstatt Auf AEG, Fürther Straße 244d, 90429 Nürnberg